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17Feb

Stadtratssplitter: Sitzung vom 16.02.2017

Rechtlicher Beistand für den Stadtrat im Zuge der Überwachung von Baubetriebshofmitarbeitern durch den Oberbürgermeister

Wie bekannt, hat der Oberbürgermeister eigenmächtig und ohne Beschluss des Stadtrates einen 7wöchigen Auftrag an eine Detektei aus dem Raum Düsseldorf vergeben, um Mitarbeiter des Baubetriebshofes zu überwachen. Die Aktion kostete den Steuerzahler mehr als 300.000 EUR. Das Ergebnis der Überwachung war sehr mager, einige Abmahnungen und eine Kündigung. Um zu prüfen, gegen welche Gesetze und Verordnungen der Oberbürgermeister mit dieser Beauftragung verstoßen hat, hat der Stadtrat beschlossen, einen rechtlichen Beistand zu beauftragen. Die Kommunalaufsicht wird zum derzeitigen Zeitpunkt offenbar nicht als Anwalt des Stadtrates handeln, sonst hätte sie in der Sondersitzung vom 7.2.17 über das Ergebnis der rechtlichen Prüfung berichtet. Es ist wichtig, dass jetzt endlich schwarz auf weiß auf den Tisch kommt, gegen welche Vorschriften und Gesetze der Oberbürgermeister mit der Beauftragung der Detektive verstoßen hat. Die Stadt Homburg muss in der Lage sein, ihre Ansprüche gegenüber den Oberbürgermeister zu formulieren. Aus den Reihen des Stadtrates ist das ehrenamtlich nicht leistbar. Also ist es nur gerechtfertigt, wenn sich der Stadtrat dazu einen Erfüllungsgehilfen suchen.

Die Zustimmung zur Bestimmung von zwei Beauftragten aus der Großen Koalition ist daran geknüpft, dass die Beauftragten die kleineren Fraktionen über den Sachstand transparent informieren.

Resolution der Verwaltung zum Vergaberecht

Ein entscheidender Grundpfeiler für den heutigen Wohlstand liegt in der Sozialen Marktwirtschaft. Dieser „dritte Weg zwischen reinem Kapitalismus und Planwirtschaft“ wurde auf Initiative von Ludwig Erhard im Jahr 1949 erst von der CDU in den Düsseldorfer Leitsätzen aufgegriffen, und mit zehnjähriger Verspätung auch von der SPD in das Godesberger Programm aufgenommen. Erhards Motto – „Wohlstand für alle“ setzt einen funktionierenden Wettbewerb voraus. Ein wichtiger Meilenstein zur Realisierung der Sozialen Marktwirtschaft war daher die Verabschiedung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen. Es geht um die Sicherstellung eines funktionierenden Wettbewerbs auf europäischer, nationaler, regionaler bis hinunter auf die lokale Ebene. weiterlesen »

09Jan

Stadtratssplitter: Sitzung vom 15.12.2016

Erhöhung der Gewerbesteuer

In der letzten Sitzung des Stadtrates im Jahr 2016 wurde mehrheitlich die Erhöhung der Gewerbesteuer um 30 Punkte auf 440 für das Jahr 2017 beschlossen. Die Steuererhöhung war ungewöhnlich, da dies die 2. Erhöhung der Gewerbesteuer innerhalb eines Jahres war. Außerdem wurde vom Stadtrat nicht gleichzeitig der Haushalt 2017 beschlossen.

Aus unserer Sicht wurde den Bürgern signalisiert: Der Stadtrat braucht frisches Geld, dreht an der Steuerschraube und macht weiter wie bisher – denn die Ideen Kulturzentrum, Fahrstuhl am Schlossberg, Hohenburgschule, die hohen Ausgaben für die vielen ehrenamtlichen Posten müssen finanziert werden. Gleichzeitig werden aber die Grundschulkinder in Einöd in einem Container oder im Keller unterrichtet, weil der Pavillon marode ist, bei der Instandhaltung von Straßen und Gebäuden wird massiv gekürzt, Bauhofmitarbeiter werden überwacht und die Stadt sieht ungepflegt aus. Die Steuererhöhung ohne gleichzeitig den Bürgerinnen und Bürgern zu vermitteln, wie sparsam gewirtschaftet wird und wo nachhaltig eingespart werden kann, konnten wir nicht mittragen. Homburg hat zwar ein Einnahmeproblem, aus unserer Sicht hat die Stadt Homburg aber auch ein großes Ausgabenproblem, welches aus unserer Sicht nicht ausreichend Beachtung geschenkt wird.

Sanierung Saarpfalz-Halle

Die Saarpfalz-Halle in Einöd soll energetisch saniert werden. Die Kosten werden mit ca. 1,5 Mio. Eur geschätzt. In der Ratssitzung hatten wir angemerkt, dass der Stadtrat sich eine Vergaberichtlinie gegeben hat, die bei Investitionen von mehr als 200.000 EUR brutto die wirtschaftliche Nachhaltigkeit eines Projektes im Lebenszyklus betrachtet. Diese Nachhaltigkeitsbetrachtung fehlte gänzlich. Das Innenministerium, welches die Zuschüsse verteilt, prüft die Nachhaltigkeit der Investition auch nicht mehr, sondern unterstellt, dass dies die Gemeinde gewissenhaft getan habe. Da wir Zweifel an der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit der Maßnahmen haben, stellten wir unter Berücksichtigung der angespannten Haushaltslage und der Tatsache, dass in Einöd Grundschüler in einem Container oder im Keller unterrichtet werden, den Antrag, die Sanierung der Saarpfalz-Halle solange zurückzustellen, bis eine Nachhaltigkeitsbetrachtung vorgelegt wurde und bis die Kosten für die Sanierung der Grundschule in Einöd mit möglichen Zuschussprogrammen ermittelt wurden.

18Jul

Stadtratssplitter: 19. Sitzung des Stadtrates am 14. Juli 2016

Shoppingcenter auf dem Enklerplatz

In der vergangenen Ratssitzung musste der Beschluss zur Enklerplatzabstimmung wiederholt werden. Im Februar waren die Grünen Ratsmitglieder Carola Piazolo und Yvette Stoppiera aus der Bauausschuss- und Stadtratssitzung rausgeschmissen worden, wegen angeblicher Befangenheit durch die Eingabe von Stellungnahmen beim Bebauungsplan “Shopping-Center” am Enklerplatz. Die Kommunalaufsicht hatte den Rausschmiss als rechtswidrig eingestuft. Die Rechte der Stadträtinnen wurden von der Verwaltung und der Großen Koalition mit Fußen getreten. Von Seiten des Oberbürgermeisters kam kein Eingeständnis seines Fehler und auch keine Entschuldigung gegenüber den Rätinnen. Stattdessen, wie man es bei der SPD gewohnt ist (siehe Gabriel und die Ministererlaubnis zu Tengelmann/Edeka), reagierte man mit Trotz indem der Oberbürgermeister weiter  an seiner rechtswidrigen Auffassung festhält. Dabei war das Schreiben der Kommunalaufsicht eindeutig, der unrechtmäßige Ausschluss von Ratsmitgliedern führt unabhängig des Stimmverhältnisses zur Rechtswidrigkeit des Beschlusses. weiterlesen »

05Jun

Stadtratssplitter 18. Sitzung am 02.06.2016

Feststellung des Jahresabschlusses 2011

Am 1.1.2011 ist das Rechnungsprüfungsamt (RPA) zum Kreis verlegt worden. Obwohl dem Rat der Stadt Homburg zugesichert wurde, dass die Leistung des RPAs qualitativ und quantitativ erhalten bleiben soll, stellt sich jetzt im Jahr 2016 heraus, dass mit diesem Übergang in der Stadt Homburg kein weiteres Kontrollorgan für die Verwendung von Steuergeldern mehr vorhanden ist.

Bereits im April 2011 wurde die VISA Kontrolle abgeschafft – ein jahrelang funktionierender Teil des internen Kontrollsystems Warum hat dies der damalige Oberbürgermeister abgeschafft und der neue Oberbürgermeister nicht wieder einfgeführt?

Der Prüfbericht des RPAs führt weiter aus, dass im Jahr 2011 keine Dienstanweisungen für Buchhaltung und Kasse existierten. Es wurden keine Inventur- und Bilanzierungsrichtlinien erlassen. Es gab keine internen Buchungsanleitungen. Die berechtigte Frage, die sich stellt ist: Hat sich seit dem Jahr 2011 in der Homburger Stadtverwaltung was geändert?

Das RPA prüft ebenfalls im Rahmen des Jahresabschlusses die Vergaben. Im Jahr 2011 gab es Vergabeverstöße. Trotz Einführung des Vergabeausschusses läuft es bei den Auftragsvergaben immer noch nicht rund. Die Vergabeverstöße des Jahres 2015 werden vermutlich erst im Jahr 2019 öffentlich werden, wenn sie schon wieder in Vergessenheit geraten sind.

Wir Grünen haben daher in der Ratssitzung gefordert, dass schnellstmöglich das Rechnungsprüfungsamt beauftragt wird, wieder VISA-Kontrollen durchzuführen, Rechnungen wieder unterjährig zu prüfen,  Dienstanweisungen für Buchhaltung und Kasse, Inventur- und Bilanzierungsrichtlinien und interne Buchungsanleitungen, soweit nich nicht vorhanden, erstellt werden.

Wir Grünen haben uns bei der Entlastung des Oberbürgermeisters enthalten. Mit einer Entlastung drückt man eigentlich folgendes aus: „Weiter so“ oder ist „alles in Ordnung“ . Aus unserer Sichts ist jedoch nichts in Ordnung und ein „Weiter so“ soll es aus unserer Sicht auch nicht geben.

Haushalt 2016

Es ist nicht oft vorgekommen, dass dieser Rat einen Haushalt erst zu einem Zeitpunkt beschließen konnte, als das Jahr schon halb abgelaufen war. Die Gründe sind bekannt. Sie sind aber nicht allein von außen vorgegeben, sie sind auch hausgemacht. Deshalb haben wir dem letzten Haushaltsentwurf unsere Zustimmung nicht gegeben. Das Landesverwaltungsamt hat uns danach recht gegeben, indem es den Entwurf zurückgeschickt hat. Grundsätzlich fehlte ein ernsthafter Sparwille.

Der jetzige Entwurf lässt Verbesserungen erkennen. Er plant Erleichterungen in Höhe von 3,8 Mio. EUR. Allerdings fließen 2,4 Mio EUR aus dieser Summe aus Steuererhöhungen. Für die Bürger bedeutet die Grundsteueranhebung pro Wohneinheit und Jahr mindestens 70 EUR mehr.

Wir hätten es besser gefunden, wenn auch auf der Ausgabenseite z. B. eine prozentuale Verringerung angestrebt worden wäre (Rasenmäher), wo immer möglich. Stattdessen hat man sich über Einzelmaßnahmen gestritten und vieles blieb außen vor.

  • so wird in den GmbHs weiter fröhlich Geld ausgegeben (Riesenrad für 45 000.- € auf dem Maifest)
  • es gibt immer noch kein Kostencontrolling im Haus
  • die große Zahl von Ehrenämtern wurde von Sparmaßnahmen gänzlich ausgenommen
  • es dürfte nach wie vor eine große Zahl versteckter Positionen vorhanden sein, wo niemand von uns weiß wofür. Ein Beispiel ist die sechsstellige Ausgabe für die Detektei und die damit verbundene Überwachung von städtischen Mitarbeitern.

Positiv ist, dass jetzt unser Defizit etwas verringert wird. Negativ, dass nach wie vor Strukturen und Denkweisen vorhanden sind, die wirtschaftliches Handeln der Stadt erschweren. So lange die Misere nur bei anderen gesucht wird und die Fehler nicht im eigenen Haus beseitigt sind, wird sich daran auch nichts ändern.

Wir haben uns bei diesem Haushalt enthalten, verbinden damit allerdings die Erwartung, dass wir uns künftig gemeinsam um mehr Ausgabenkontrolle bei Investitionen und Vergaben, nachhaltigeres Bauen und einen kostenbewussteren Betrieb unserer Einrichtungen kümmern.

 

02Mai

Stadtratssplitter: 15. Sitzung am 14.04.2016

Bebauungsplan für ein Wohn- und Geschäftshaus in der Kirchenstraße / Ecke Saarbrücker Straße

In der vergangenen Ratssitzung wurde das Projekt Wohn- und Geschäftshaus in der Kirchenstraße / Ecke Saarbrücker Straße erstmalig vorgestellt. Die Grüne Fraktion hat dem Projekt in dem derzeitigen Entwurfsstadium nicht zugestimmt.

Um das Projekt umzusetzen, wird ein vorhabenbezogener Bebauungsplan gewählt. Im Stadtrat hatte die Grüne Ratsfraktion ausdrücklich diese Schaffung von Sonderbaurechten kritisiert. Yvette Stoppiera, Grüne Fraktionsvorsitzende, bemängelte, dass in Homburg der politische Wille fehle, das historische Stadtgefüge und das Stadtbild zu bewahren. Denn die Altstadtsatzung wird mit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan außer Kraft gesetzt und ein weiteres Mal ausgehöhlt. Das Staffelgeschoss ragt heraus, dominiert und verändert die kleinteilige Dachlandschaft in der Altstadt. Diese Nachverdichtung bewirkt zudem, dass die Wohnungen der Anlieger nicht mehr ausreichend belichtet und besonnt werden. Stoppiera bemängelte, dass in der Begründung des Bebauungsplanes auf diese Thematik nicht eingegangen wurde.

Unklar ist ebenfalls die Parkplatzsituation. Aktuell sind im Bebauungsplanentwurf nur 1,0 Stellplätze pro Wohnung festgesetzt. Aus Sicht der Grünen Fraktion ist dieser Stellplatzschlüssel unzureichend und verschärft die Parkplatzproblematik für die Bewohner im Umkreis. Allgemein üblich ist ein Stellplatzschlüssel von 1,5 Stellplätzen pro Wohneinheit. Da bei diesem Projekt neues Baurecht geschaffen wird, kommt ein Bestandsschutz nicht zum tragen.

Die Grüne Ratsfraktion hatte während der Debatte 4 Anträge gestellt:

1) Die Altstadtsatzung bleibt auch für das Vorhaben in Kraft.

2) Im Bebauungsplan soll die Unzulässigkeit von Staffelgeschossen festgesetzt werden.

3) Im Bebauungsplan soll festgesetzt werden, dass die Abstandsflächen nach der Landesbauordnung eingehalten werden.

4) Im Bebauungsplan soll ein Stellplatzschlüssel von 1,5 Parkplätzen pro Wohneinheit festgesetzt werden.

Die Anträge wurden zwar von der Grünen Fraktion zurückgezogen, jedoch nur aufgrund der Versicherung des Oberbürgermeisters, dass diese Punkte im Rahmen der nachfolgenden Offenlage und Abwägung Beachtung finden würden.

 

16Mrz

Kindergarten in Beeden

In der Ratssitzung vom 18.02.2016 wurde der Bau des Kindergartens in Beeden beschlossen. Kindergärten sind für uns sehr wichtige weiche Standortfaktoren. Und gerade aufgrund des Instandhaltungsstaus hat der Beeder Kindergarten Priorität. Die Erweiterungsplanungen ziehen sich schon seit rund 10 Jahren hin. Daher muss hier etwas passieren. Das ist eigentlich einhellige Meinung. Dennoch wurde im Vorfeld der Ratssitzung behauptet wir Grüne seien gegen diesen Kindergarten. Das entspricht nicht der Wahrheit, aber wie bei allem gibt es weder schwarz und weiß, ein dafür oder dagegen, sondern es gibt ein großes Farbspektrum dazwischen. Wir Grüne sind sogar der festen Überzeugung, dass – in der Vergangenheit – die Kindergärten in unserer Stadt eher stiefmütterlich behandelt wurden. weiterlesen »

25Feb

Märktekonzept mit groben Mängeln – GroKo winkt es durch!

Die Fortschreibung des Märktekonzepts enthält Mängel und Widersprüche. Seit mehr als 10 Jahren vergibt die Stadt Aufträge an Isoplan (Dr. Schreiber) für Entwicklungs-, Märkte- und Einzelhandelskonzepte. 2006 legte Herr Schreiber ein Märktekonzept für Homburg vor, ohne ein Einkaufszentrum zu empfehlen. Aufgrund der demographischen Entwicklung würde Kaufkraft entfallen und in der Innenstadt sei die Verkaufsfläche um „mindestens 2.500m²“ (S. 50) zu reduzieren. Doch dann kamen ECE und neuerdings Herr Jagdfeld mit ihren Centerplänen – diese mussten begründet werden.

In 2011 stellte Herr Schreiber dem ECE-Center eine Unbedenklichkeitsbescheinigung über zusätzliche 18.200m² aus. Die Landesplanung verordnete Anfang 2014 jedoch eine Obergrenze von 16.500m² mit sortimentsspezifischen Grenzen für die Verkaufsflächen. Das aktuelle Gutachten (Juli 2015) verargumentiert – jetzt völlig überraschend – genau diese rechtlich zulässig Obergrenze für den Enklerplatz. Ein roter Faden in der Stadtentwicklung ist nicht zu erkennen, stattdessen ein ständiges Orientieren an den größten Investor.

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18Dez

Stadtratssplitter: 13. Sitzung am 17.12.2015

Gewerbesteuererhöhung und Geschenkegeld für Ortsvertrauensleute

In der letzten Stadtratssitzung des Jahres 2015 wurde eine Erhöhung der Gewerbesteuer von 388 v. H. auf 410 v. H. mehrheitlich beschlossen. Damit wird der Gewerbesteuersatz auf ein mittleres saarländisches Niveau angehoben und der Hebesteuersatz wieder hergestellt, der Anfang der 2000er Jahre in Homburg vor dem Steuersenkungsprogramm der Landesregierung galt.  In den letzten Jahren war die Homburger Allgemeinheit aufgrund des unterdurchschnittlichen Gewerbesteuer-Hebesatzes benachteiligt, da die Schlüsselzuweisungen vom Land auf den saarlandweiten mittleren Hebesatz abgestellt sind. Bei den Schlüsselzuweisungen wird unterstellt, dass man Gewerbesteuereinnahmen mindestens in Höhe des mittleren Hebesatzes der bei ca. 415 v. H. liegt erhält. Durch die Korrektur bei der Gewerbesteuer wird ab 2016 das Verhältnis von Hebesteuersatz zu Schlüsselzuweisungen gerechter gestaltet.

Die Erhöhung der Gewerbesteuer entbindet den Stadtrat und die Verwaltung aber nicht, weiterhin zu sparen! Darüber herrschte im Rat eigentlich Einigkeit. Jedoch zeigte der Tagesordnungspunkt der Sach- und Geldzuweisungen im Höhe von ca. 7.500 EUR für Ortsvertrauensleute, dass es am wirklichen Sparwillen innerhalb der Homburger Politik fehlt. Auf den ersten Blick mag es nachvollziehbar sein, dass Ortsvertrauensleute über ein eigenes Budget verfügen können, doch je länger man darüber nachdenkt, desto klar wird, dass es sich dabei um einen rein politischen Luxus handelt. Das Landesverwaltungsamt genehmigt den städtischen Haushalt nicht, Homburg muss weitere Millionen einsparen, die Gewerbesteuer ist gerade zuvor erhöht worden, und die nächsten Steuer- und Gebührenerhöhungen sind wegen des Sanierungshaushalts bereits fest eingeplant, aber dennoch plant die Homburger Politik den Griff in das Steuerzahlerportemonnaie für politische Geburtstagsgeschenke. Für den Einen sind 7.500 EUR für Geschenke nicht viel, vielleicht nennen es auch manche Peanuts, aber für uns ist es das i-Tüpfelchen oder der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, für Ortsvertrauensleute die eigentlich rein rechtlich nicht vorhanden sind und nur in Homburg gibt.

Grundsätzlich stellt sich dann auch die Frage, wann die 8 Ortsvertrauensleute, die keine Ehrenbeamten sind, repräsentative Aufgaben wahrnehmen sollten. Geburtstagsbesuche sind nette zusätzliche Gesten, und sollten aus unserer Sicht im Rahmen der Aufwandsentschädigung beinhaltet sein, die für Ortsvertrauensleute mit 315 EUR doppelt so hoch ist wie diejenige der Ratsmitglieder. Die zusätzlichen Geldzuwendungen schaffen in Homburg repräsentive Doppelstrukturen, denn zukünftig werden neben dem Oberbürgermeister, dem Bürgermeister, den Beigeordneten, den Ortsvorstehern auch die Ortsvertrauensleute steuerzahlerfinanziert repräsentieren. Bei so vielen Stellvertretern verliert man den Überblick, so dass es klare und transparente Regeln oder Richtlinien braucht, wer wann wohin geht, war mitgenommen wird und was das Mitgenommene kostet.

Es muss nicht sein, dass drei Vertreter der Stadt auf einem Geburtstag erscheinen und alle drei Geschenke auf Steuerzahlerkosten mitbringen. Wir denken, dass dem Repräsentationsgedanken der Stadt Homburg auch Genüge getan wird, z.B. der Ortsvertrauensmann/die Ortsvertrauensfrau als einziger Vertreter der Stadt Homburg erscheint und das mitgebrachte Geschenk auf Nachweis über das Repräsentationsbudget des Oberbürgermeisters finanziert wird.

“Kleinvieh macht auch Mist” – Hier hatte der Stadtrat die Möglichkeit sparend einzugreifen, hat aber die Chance vertan.

Dorfgemeinschaftshaus Bruchhof-Sanddorf

Das Dorfgemeinschaftshaus Bruchhof-Sanddorf sollte an die bestehende Schulturnhalle angebaut werden. In der vergangenen Ratssitzung hat der Oberbürgermeister eingeräumt, dass dieses Projekt “gestorben” sei. Grund hierfür ist das Ergebnis der Lärmprognose, die in der Baugenehmigungsphase erforderlich wurde. Demnach müssen alle Veranstaltungen, auch an den Wochenenden bis 22 Uhr abgeschlossen sein, auch der letzte PKW muss dabei abgefahren sein. Das unter solchen Umständen eine Investition in ein Dorfgemeinschaftshaus nicht getätigt wird, ist daher sehr zu begrüßen, denn sonst wären Steuergelder herausgeschmissen worden, für ein Projekt, was den Zweck nicht erfüllt.

Es ist jedoch der Sache nicht dienlich, den direkten Anwohnern die Schuld für das Scheitern des Projektes zuzuschieben. Nicht die Bewohner haben das Projekt verhindert. Das Projekt hat geltende gesetzliche und rechtliche Bestimmungen nicht einhalten können.

18Jul

Stadtratssplitter: 10. Sitzung am 16.07.2015

Enklerplatz: Entwurf und Offenlage zum Bebauungsplan für ein Shoppingcenter

Vertreter der Verwaltung und einige Ratsmitglieder, darunter auch zwei Vertreter der Grünen Stadtratsfraktion haben zwei Tage vor der Stadtratssitzung an einer Exkursion nach Hamburg-Bergedorf teilgenommen, um die städtebauliche Aufgabenstellung des Einbindens eines Einkaufzentrums am praktischen Fall erfahren zu können. Das City-Center-Bergedorf wird vom potentiellen Enklerplatz Investor, der DI Gruppe um Herrn Jagdfeld, betrieben. weiterlesen »

14Mai

Stadtratssplitter: 9. Sitzung am 13.05.2015

Windpark Weiße Trisch

Der Tagesordnungspunkt Windpark auf der Weißen Trisch war sehr brisant. Denn unabhängig wie man politisch dazu stehen mag, war die Entscheidung zum Abschluss einer Vergleichsvereinbarung zur Vermeidung einer Normenkontrollklage, keine politische Entscheidung, sondern eine rein juristische. Bundes- und Landespolitik haben Gesetze pro Energiewende erlassen, weil die Energiewende gesamtgesellschaftlich gewollt ist. Der Stadtrat kann sich nicht im rechtsfreien Raum bewegen, sonst drohen ihm hohe Schadensersatzansprüche.

Der Antrag zur Vertagung des wichtigen Tagesordnungspunktes wurde mehrheitlich abgelehnt. Der Stadtrat wurde durch die Verwaltung und durch seinen Rechtsbeistand Professor Spannofsky umfassend informiert, so dass die Beschlussfassung zur vorliegenden Vergleichsvereinbarung entscheidungsreif war. Die Empfehlung von Verwaltung und Rechtsbeistand lautete – erteilt das Einvernehmen  zum Windpark und lasst eine Ausnahme aus der Veränderungssperre zu. Denn man kann den Windpark (in dem Falle den Bauantrag) mittels einer Veränderungssperre nicht mit sich selbst (in dem Falle Bebauungsplan Pro Windkraft) verhindern. weiterlesen »

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