Weiter zum Inhalt
Allgemein & Pressemitteilungen OB-Wahl 2014 & Pressemitteilungen Stadtverband » B423 – Verkehrsprognosen basieren auf falscher Annahme!
14Jul

B423 – Verkehrsprognosen basieren auf falscher Annahme!

Gemäß Erläuterungsbericht des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) gibt es zwei Hauptargumente für die Ortsumfahrung Schwarzenbach und Schwarzenacker (B 423 neu). Zum einen eine deutliche Entlastung der Anwohner an der bisherigen B 423. Zum anderen soll das ehemalige DSD-Gelände aufgrund der besseren Verkehrsanbindung für Gewerbe/Industrie bzw. großflächige Handelsmärkte erschlossen werden.

Aufgrund des hohen Ziel- und Quellverkehrs ist die Entlastungswirkung für Schwarzenbach und Schwarzenacker jedoch fast marginal: tagsüber und nachts dürfte der Lärm um weniger als 10 Prozent abnehmen. Die Lärmgutachterin, Prof. Dr. Giering, bilanziert demgemäß: „Die geplante Ortsumgehung leistet nur einen geringen Beitrag zur Verringerung der Lärmbelastung der Bevölkerung.“ (Lärmaktionsplanung 2010).

Selbst mit der B 423 neu sollen 2030 noch rd. 15.000 Fahrzeuge/Tag die bisherige Ortsdurchfahrt nutzen (LfS 2017). Gleichzeitig werden 2030 17.000 Fahrzeuge/Tag auf der neuen Ortsumfahrung fahren – mit einem hohen Anteil an Pendlern und Zulieferverkehr für Gewerbe/Industrie auf dem DSD-Gelände.

Als Ergänzung zur Gewerbeansiedelung ist seit Jahren der Umzug des Globus-Fachmarktes von Einöd ans Forum im Gespräch. Die Promotoren der Globus-Verlagerung gehen jedoch von falschen Annahmen aus! Als Ökonom (MP) macht ein Umzug für Globus weder betriebswirtschaftlich noch standortstrategisch Sinn. Die hohen Investitionen am Forum rechnen sich nicht, wenn Kunden aus der Westpfalz ausbleiben und die Nachnutzung der eigenen Flächen in Einöd völlig offen steht.

Über die Chancen einer industriellen Verwertung der Brachfläche am DSD-Gelände sollte man sich ebenso keine Illusionen machen. Am Zunderbaum und dem Erdbeerland hat die Stadt wesentlich attraktivere Flächen für Gewerbetreibende im Angebot. Für die städtebauliche Entwicklung Homburgs spricht vielmehr der Aufbau eines neuen Wohnquartiers am Forum. Die Voraussetzungen sind durch die Nähe zur City, mit Nahversorgung vor Ort, einer Kindertagesstätte und gut erreichbaren Schulen gegeben. Damit könnten auch bisherige Pendler benötigten Wohnraum erwerben und Verkehr abgebaut werden. Eine klare Win-Win Situation für unsere Stadt.

Der Landesbetrieb für Straßenbau muss als Vorhabenträger der B 423 neu das realistische Alternativszenario eines Wohnquartiers auf dem DSD-Gelände durchplanen. Die Verkehrsströme dürften sinken, während die Zahl der belasteten Anwohner steigt. Damit verringert sich die Nutzen-Kosten-Relation des Bauvorhabens deutlich. „Wir brauchen eine zukunftsweisende Stadtentwicklung und keine unrealistischen Wunschvorstellungen die Jahrzehnte alt sind!“ (MP)

Wichtig: bis zum 3. August 2017 sind noch Einsprüche gegen die unsinnige B423 neu bei der Stadtverwaltung Homburg einzureichen – machen Sie davon Gebrauch!

Verfasst am 14.07.2017 um 12:03 Uhr von mit den Stichworten , .
Bislang wurden 3 Kommentare hinterlassen. Du kannst hier einen Kommtenar schreiben.
Hier ist die TrackBack URL und der Kommentar-Feed des Artikels. Du kannst den Artikel auch auf Twitter oder Facebook posten.

Kommentare

  1. Baier, Thomas14. Juli 2017

    Was ist Ihnen wichtiger, die Flora und Fauna entlang der Blies, oder die Anwohner ab der Birkensiedlung bis Ingweiler / Einöd? Wie verkehrsberuhigt die Dürer-, und Steinbachstraße seit der Erbachumgehung ist, kann jeder, auch ohne Doktortitel, überprüfen. Davon abgesehen, dass jeder Wagen bei gleichmäßiger Geschwindigkeit deutlich weniger Emissionen ausstößt als im Stopp&Go. Daher muss der Autobahnanschluss Homburg-Süd so schnell als möglich realisiert werden.

    Antworten
  2. Welker30. Juli 2017

    Ich bin kein Doktor. Aber ich habe die Planungen gesehen und gelesen ja und sogar verstanden.
    Die Anwohner von Schwarzenbach, Schwarzenacker und der Alten- wie der Birkensiedlung bekommen nach der Planung deutlich mehr Verkehr als bisher. Das ist so, man muss nur die einfache Grundrechenart subtrahieren beherrschen.
    Was dazu kommt sind weitere 19500 geplante Fahrzeuge (vornehmlich Schwerverkehr für die noch nicht erschlossenen Industriegebiet HOM-Süd) der außer Lärm, Staub Emissionen addiert werden muss. Gerade die von Ihnen genannten Bereiche werden davon betroffen sein und zwar mit einer Aufdoppelung des Lärms. D.h. Lärm aus 2 Ecken. Für die Birkensiedlung noch eine besondere Überraschung: blickt man dann 2030 in Richtung des Industriegebietes stehen dort nicht nur MIP und RCC, dann stehen dort auch noch andere neue schöne Prachtbauten mit unbekannter Produktion. Wo ist denn nun ihre Wichtigkeit ?? Gerne führe ich das noch näher aus, wenn der Groschen noch nicht gefallen ist.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

*

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
30 Datenbankanfragen in 0,870 Sekunden · Anmelden