Klimakrise ist längst vor unserer Haustür – Grüne Homburg fordern Konsequenzen

Waldbrände, Rauch und extreme Trockenheit: „Wann reagieren wir endlich?

Die Auswirkungen der Klimakrise sind längst nicht mehr weit weg. Sie sind im Saarland und unmittelbar vor unserer Haustür angekommen. Am Sonntag brannte es bei Illingen zwischen Wustweiler, Hirzweiler und Hüttigweiler auf rund sechs Hektar Wald. Rund 400 Einsatzkräfte waren zeitweise im Einsatz. Zuvor hatte bereits ein großer Waldbrand bei Ottweiler die Feuerwehren über viele Stunden gefordert. Gleichzeitig brennt das Hohe Venn in Belgien, Rauch und Brandgeruch werden über große Entfernungen wahrgenommen.

„Gestern auf dem Schlossberg war die Klimakrise plötzlich nicht mehr abstrakt, sondern unmittelbar spürbar. Einen solchen Panoramablick habe ich dort noch nie erlebt. Alles war neblig und verhangen, selbst Bexbach war nicht zu sehen. Dazu kam dieser leichte Brandgeruch. Man wusste: Irgendwo brennt es – und die Folgen sind bis hierher wahrnehmbar“, sagt Katrin Lauer, Sprecherin der Grünen Homburg.

Umso unverständlicher sei es, dass am selben Abend nach dem Freiluftkonzert auf dem Christian-Weber-Platz wie gewohnt ein Feuerwerk stattfand. Während Wälder in der Region und im benachbarten Belgien brennen, die Bevölkerung über Warn-Apps und Medien über Rauch und Brandgefahr informiert wird und Menschen sowie Tiere vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden müssen, werde mitten in Homburg zusätzlich Feuerwerk entzündet. 

„Angesichts der aktuellen Situation hätte man das Feuerwerk ohne Weiteres absagen können. Niemand hätte dafür Unverständnis gehabt. Im Gegenteil: Es wäre ein wichtiges Signal gewesen. Wenn ringsum Wälder brennen und Rauchschwaden über weite Strecken ziehen, brauchen wir nicht noch zusätzliche Feuer und Feinstaub – wir brauchen Verantwortungsbewusstsein“, so Lauer.

Die Grünen Homburg stellen deshalb die Frage, warum das Feuerwerk trotz der aktuellen Brand- und Wetterlage nicht abgesagt beziehungsweise untersagt wurde. Die Stadt Homburg müsse ihre Entscheidungen stärker an den realen Folgen der Klimakrise und an der Sicherheit der Bevölkerung ausrichten.

„Klimaschutz ist keine Frage von Parteipräferenzen. Klimaschutz und Klimaanpassung sind eine Gemeinschaftsaufgabe. Und sie beginnen damit, dass politische Entscheidungsträger Warnsignale ernst nehmen und entsprechend handeln“, erklärt Andreas Filler, Sprecher der Grünen Homburg.

Die Folgen der anhaltenden Hitze und Trockenheit zeigen sich inzwischen überall: Die Landwirtschaft leidet unter vertrockneten Böden, Gewässer im Saarland führen zu wenig Wasser, und auch Rhein und Donau kämpfen mit extrem niedrigen Pegelständen.

„Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass jedes Jahr neue Rekorde, neue Brände und neue Warnmeldungen zur Normalität werden. Klimaschutz ist die Voraussetzung dafür, dass unsere Lebensgrundlagen erhalten bleiben. Gleichzeitig müssen wir unsere Bevölkerung besser auf die Folgen vorbereiten“, betont Filler.

Die Grünen Homburg fordern deshalb mehr Vorsorge und einen konsequenten Katastrophen- und Bevölkerungsschutz, eine bessere Aufklärung der Bevölkerung über die Folgen von Hitze, Dürre und Waldbränden sowie klare Handlungs- und Warnkonzepte für Homburg.

„Die Warnmeldungen und die Bilder aus unserer unmittelbaren Umgebung sprechen eine deutliche Sprache. Wann, wenn nicht jetzt, wollen wir reagieren? Wir können nicht immer nur Feuerwehr und Rettungskräfte losschicken, wenn es bereits brennt. Wir müssen vorher handeln. Und dazu gehört auch, auf unnötige zusätzliche Brand- und Feinstaubquellen wie Feuerwerk in einer solchen Extremsituation zu verzichten“, sagen Katrin Lauer und Andreas Filler abschließend.