Der aktuelle Moorbrand im Hohen Venn zeigt eindrücklich, wie gefährlich ausgetrocknete Torfböden bei anhaltender Trockenheit werden können: Feuer kann tief in trockene Torfschichten eindringen, unterirdisch weiterglimmen und ist dadurch nur schwer zu bekämpfen. Die Grünen Saarpfalz fordern daher, die Wiedervernässung des Königsbruchs bei Homburg endlich konkret anzugehen.
„Der aktuelle Brand ist eine eindringliche Warnung und wir sollten daraus lernen, statt zu riskieren, dass ein solches Szenario auch bei uns Realität wird. Das Homburger Königsbruch ist ein trockengelegtes Moor – deshalb müssen wir jetzt vorsorgen und das vorhandene Potenzial für die Klimaanpassung nutzen. Konkret heißt dies, dass Entwässerungs- und Wassergräben geschlossen werden sollten, um langfristig wieder mehr Wasser in der Fläche halten zu können. Intakte, nasse Moorböden speichern Wasser und Kohlenstoff und sind deutlich weniger brandgefährdet als ausgetrocknete Torfböden“, erklärt Lisa Becker, Kreisvorsitzende der Grünen im Saarpfalz-Kreis und Landtagskandidatin für den Wahlkreis Neunkirchen.
Natürlicher Klimaschutz im Königsbruch: Fördermittel nutzen

Das Königsbruch ist Teil einer größeren zusammenhängenden Wald- und Moorlandschaft, die bis in Richtung Kaiserslautern reicht. Auch Jägersburg, Waldmohr und Erbach sowie der Campingplatz Königsbruch liegen unmittelbar in diesem Landschaftsraum.
Zum Schutz dieser Landschaft sollten aus Sicht der Grünen die vorhandenen Bundesmittel genutzt werden. Mit dem Förderprogramm des Bundes sollen bis 2029 bundesweit 90.000 Hektar Moorfläche wiedernässt werden. Dafür stehen 1,75 Milliarden Euro zur Verfügung.
„Das Geld ist da, die Notwendigkeit ist da und das Potenzial ebenso. Die Wiedervernässung des Moores ist auch im Landesentwicklungsplan enthalten. Aus unserer Sicht ist Umweltministerin Petra Berg jetzt gefragt. Wir fordern das Saarland und die Stadt Homburg zum Handeln auf. Wir haben jetzt die Chance für morgen vorzusorgen. Nutzen wir diese Chance“, so Becker weiter.
Keine höhere Grundwasserförderung, die Wiedervernässung konterkariert
Weiterhin darf die Wiedervernässung aus Sicht der Grünen nicht durch eine höhere Grundwasserförderung der Wasserversorgung Ostsaar GmbH (WVO GmbH) gefährdet werden.
„Solange die hydrogeologischen Auswirkungen einer erhöhten Trinkwasserentnahme nicht geklärt sind, darf die Wiedervernässung nicht durch eine zusätzliche Grundwasserentnahme erschwert werden.“, erklärt Katrin Lauer, Vorstandsmitglied bei Bündnis 90/Die Grünen Saarpfalz und ebenfalls Landtagskandidatin für den Wahlkreis Neunkirchen.
Talsperre Nonnweiler endlich anbinden
Die Grünen fordern in diesem Zusammenhang, die bereits vorhandene Talsperre Nonnweiler endlich in die regionale Wasserversorgung einzubinden. Sie könne dazu beitragen, Alternativen zu einer zusätzlichen Grundwasserentnahme aus einem ökologisch sensiblen Bereich zu schaffen.
„Die Talsperre Nonnweiler ist vorhanden. Diese Ressource müssen wir endlich nutzen. Wir dürfen nicht kurzfristig zusätzliches Wasser gewinnen und dabei langfristig unsere natürlichen Wasserspeicher schwächen“, so Lauer.
Hydrogeologisches Gutachten darf nicht zum nächsten Aufschub werden
Darüber hinaus begrüßen die Grünen das seit Jahren geplante hydrogeologische Gutachten zum Königsbruch. Gleichzeitig kritisieren sie, dass die Ergebnisse weiterhin auf sich warten lassen.
„Wir brauchen endlich klare Entscheidungen und konkrete Maßnahmen auf Grundlage des hydrogeologischen Gutachtens. Aus unserer Sicht gehört dazu insbesondere das Verschließen der Wassergräben, damit Wasser wieder in der Fläche gehalten wird. Die Voraussetzungen für eine Wiedervernässung müssen jetzt geschaffen werden“, fordert Lauer abschließend.
V.i.S.d.P.
Kreisverband Bündnis90/Die Grünen Saarpfalz
Lisa Becker
Hier findet ihr den Artikel in der Saarbrücker Zeitung: https://bit.ly/4gtOFWC
