Hitzeaktionsplan beschlossen!

Gutes Signal – jetzt müssen konkrete Maßnahmen folgen

Der Homburger Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend, 17.09.2026 die Erstellung eines Hitzeaktionsplans für die Stadt Homburg beschlossen. Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erhielt eine große Mehrheit im Stadtrat. Damit soll Homburg künftig strategischer und fachübergreifend auf zunehmende Hitzeperioden und deren gesundheitliche Folgen reagieren. 

Für die Grünen ist der Beschluss ein wichtiges Signal. „Wir freuen uns, dass unser Antrag eine so breite Zustimmung gefunden hat. Hitzeschutz ist keine Frage des politischen Lagers, sondern eine konkrete Aufgabe zum Schutz der Menschen in unserer Stadt“, erklärt Fraktionsvorsitzender Prof. Dr. Marc Piazolo.

Der Antrag sieht einen umfassenden Ansatz vor. Dazu gehören insbesondere der Schutz besonders gefährdeter und vulnerabler Menschen, eine bessere Information und Sensibilisierung der Bevölkerung, klare Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung sowie langfristige Maßnahmen der Stadtplanung. Dazu zählen beispielsweise der Erhalt und Ausbau von Grünflächen, Entsiegelung, Schattenplätze und Trinkwasserangebote.

„Wir haben in diesem Sommer sehr deutlich erlebt, was extreme Hitze bedeutet. Die gesundheitlichen Folgen treffen nicht alle Menschen gleichermaßen. Ältere Menschen, kleine Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen oder Menschen, die im Freien arbeiten, sind besonders gefährdet“, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Katrin Lauer. „Deshalb brauchen wir einen Hitzeschutz, der nicht erst dann greift, wenn die nächste Hitzewelle bereits da ist.“

Der Sommer 2026 war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes der heißeste Sommer, der im Saarland bislang gemessen wurde. Auch der Homburger Stadtrat hat damit unmittelbar erlebt, wie wichtig Vorsorge und Anpassung an extreme Hitze geworden sind.

Viele Bausteine gehören zusammen

Ein Hitzeaktionsplan soll dabei nicht bei einzelnen Maßnahmen stehen bleiben. Entscheidend ist aus Sicht der Grünen das Zusammenspiel verschiedener Bereiche: Gesundheitsschutz, Stadtplanung, Grünflächen, Wasser, soziale Einrichtungen, Rettungsdienste, Verwaltung und Information der Bevölkerung.

„Hitzeschutz ist eine Querschnittsaufgabe. Es reicht nicht, im Sommer einzelne Trinkwasserspender aufzustellen oder kurzfristig Schattenplätze zu schaffen. Wir müssen auch langfristig dafür sorgen, dass unsere Stadt weniger aufheizt und Menschen sich bei extremer Hitze schützen können“, so Marc Piazolo.

Katrin Lauer ergänzt: „Unser Antrag ist deshalb bewusst umfassend angelegt. Wir brauchen konkrete Vorsorge für besonders gefährdete Menschen, gute Warn- und Informationsstrukturen und gleichzeitig langfristige Veränderungen in unserer Stadt. Entsiegelung, Bäume, Grünflächen und Schatten sind dabei genauso wichtig wie klare Zuständigkeiten und funktionierende Kommunikationswege.“

Zeitliche Umsetzung: Rücksicht auf Verwaltung – aber kein Aufschieben

Die Grünen begrüßen, dass der Stadtrat den grundsätzlichen Handlungsbedarf anerkannt hat. Die ursprünglich im Antrag vorgesehene zeitnahe Erarbeitung wurde mit Blick auf die personelle Situation und die vielfältigen Aufgaben der Verwaltung nicht festgeschrieben. Auch Oberbürgermeister Michael Forster verwies in der Debatte auf die begrenzten personellen Kapazitäten der Verwaltung. 

„Wir haben Verständnis dafür, dass die Verwaltung viele Aufgaben gleichzeitig bewältigen muss. Das ändert aber nichts an der Dringlichkeit des Themas“, betont Katrin Lauer. „Der Beschluss darf deshalb nicht bedeuten, dass der Hitzeaktionsplan irgendwann einmal erstellt wird. Jetzt geht es darum, die notwendigen Schritte strukturiert anzugehen und dabei die vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen.“

Für Marc Piazolo steht deshalb fest: „Der heutige Beschluss ist ein guter Anfang. Aber ein Hitzeaktionsplan lebt davon, dass aus ihm konkrete Maßnahmen entstehen. Wir werden als Grüne Fraktion darauf achten, dass das Thema weiter auf der Tagesordnung bleibt.“

Die Grünen sehen den Beschluss damit als wichtigen ersten Schritt. Der Bedarf ist durch die Erfahrungen dieses Sommers nochmals deutlich geworden – jetzt müssen die vielen einzelnen Bausteine zu einer gemeinsamen Strategie für Homburg zusammengeführt werden.