🌿 Königsbruch: Wasser halten. Zukunft sichern.

Gemeinsam vor Ort für Moorschutz, Klimaschutz und eine sichere Zukunft unserer Wasserressourcen

Am 2. Oktober waren wir Grünen bei der Veranstaltung der Moorschutz-Gemeinschaft Königsbruch dabei. Der Schutz und die Wiedervernässung des Königsbruchs sind für uns kein neues Thema: Wir Grüne haben die Initiative von Anfang an unterstützt und immer wieder vorangetrieben. Auch das hydrogeologische Gutachten zur möglichen Wiedervernässung wurde 2022 auf den Weg gebracht. Umso wichtiger ist es, jetzt die vorhandenen Erkenntnisse zusammenzuführen und konkrete Schritte folgen zu lassen.

Der Abend begann mit einer Begehung des Königsbruchs. Gemeinsam mit Andreas Filler, Sprecher der Moorschutz-Gemeinschaft Königsbruch, wurde das Gebiet erkundet. Andreas Filler zeigte unter anderem Wassergräben und die vorhandene Vegetation und machte anschaulich, wie entscheidend der Wasserhaushalt für die Zukunft des Moores ist.

Die Moorschutz-Gemeinschaft setzt sich seit Jahren dafür ein, das Königsbruch als zusammenhängenden Moorlebensraum zu erhalten und die natürlichen Funktionen des Gebietes wiederherzustellen.

🌱 Lisa Becker: Das Potenzial des Königsbruchs nutzen

Mit dabei war Lisa Becker, Spitzenkandidatin unserer Wahlkreisliste. Für sie ist die mögliche Wiedervernässung des Königsbruchs eine wichtige Zukunftsaufgabe.

Ein intaktes Moor ist weit mehr als eine besondere Landschaft: Es speichert Wasser, schützt vor Austrocknung, schafft Lebensräume für seltene Arten und leistet einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz.

Das Königsbruch bietet deshalb großes Potenzial – für Biodiversität, Wasserhaushalt, Klimaschutz und Klimaanpassung.

Dabei müssen die verschiedenen Akteure zusammengebracht werden: Eigentümerinnen und Eigentümer, Verwaltung, Wasserversorger, Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus.

Auch der Campingplatz Königsbruch kann in diese Entwicklung einbezogen werden. Moorschutz und ein naturverträglicher, sanfter Tourismus müssen kein Widerspruch sein. Im Gegenteil: Eine ökologische Aufwertung kann auch neue Perspektiven für die Region eröffnen.

Fördermöglichkeiten sollten dabei konsequent genutzt werden – auch über die Landesgrenze hinweg.

🌍 Gesundheit und Umwelt gehören zusammen

Dr. Andrea Oest von Health for Future brachte die gesundheitliche Perspektive in die Diskussion ein.

Klimawandel, zunehmende Hitze und der Verlust natürlicher Lebensräume haben nicht nur ökologische Folgen. Sie können auch unsere körperliche und psychische Gesundheit beeinflussen. Auch die zunehmenden Hitzebelastungen und die Zahl der Hitzetoten machen deutlich, wie dringend Klimaanpassung geworden ist.

Dabei wurde auch der Begriff „Solastalgie“ angesprochen.

Er beschreibt den Schmerz, die Trauer oder das Gefühl von Verlust, das entstehen kann, wenn sich die vertraute Umwelt verändert oder der eigene Lebensraum zunehmend verloren geht.

Gerade angesichts von Klimawandel, Artensterben und dem Verlust natürlicher Lebensräume wird deutlich: Umweltschutz ist auch Gesundheitsschutz.

💧 Jutta Paulus: Kein „Weiter so“

Im weiteren Austausch machte Jutta Paulus, Mitglied des Europäischen Parlaments, deutlich, dass ein „Weiter so“ keine tragfähige Strategie sein kann.

Wir müssen wieder stärker mit der Natur arbeiten – und nicht gegen sie.

Moore können Wasser in der Fläche halten, die Umgebung kühlen, Kohlenstoff speichern und wertvolle Lebensräume schaffen. Gerade in Zeiten zunehmender Trockenheit und Hitze müssen wir deshalb überlegen, wie Wasser wieder länger in der Landschaft gehalten werden kann.

Davon kann auch die Landwirtschaft profitieren. Wo Wasser in der Landschaft gehalten wird und Moorböden intakt bleiben, können natürliche Wasserrückhaltefunktionen gestärkt und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenperioden verbessert werden.

Jutta Paulus brachte dabei auch die europäische Perspektive ein: Der Schutz von Mooren, Gewässern, Biodiversität und natürlichen Lebensräumen ist nicht nur eine lokale Aufgabe, sondern Teil einer größeren europäischen Umweltpolitik.

💧 Wiedervernässung und Wasserversorgung

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt war die regionale Wasserversorgung.

Gesprochen wurde über die Entwicklung der Grundwasserstände, die Wasserversorgung Ostsaar GmbH und die Frage, wie eine nachhaltige Wasserversorgung mit einer möglichen Wiedervernässung des Königsbruchs zusammengedacht werden kann.

Auch das hydrogeologische Gutachten zur Wiedervernässung aus dem Jahr 2022 wurde angesprochen.

Zum aktuellen Stand des Gutachtens konnte die Verwaltung der Stadt Homburg bei der Veranstaltung keine Auskunft geben, da die zuständige Person derzeit nicht anwesend war.

Gerade hier braucht es Transparenz und einen verlässlichen Austausch zwischen Verwaltung, Wasserversorger, Naturschutz und den weiteren Beteiligten.

Denn eines darf nicht passieren: Verantwortlichkeiten dürfen nicht weiter hin und her geschoben werden. Es braucht Klarheit darüber, welche Erkenntnisse bereits vorliegen und welche nächsten Schritte daraus entstehen können.

🦋 NABU und BUND: Gemeinsam Lösungen finden

Auch NABU und BUND engagieren sich für die Zukunft des Königsbruchs.

Die schwierige Situation der zersplitterten Eigentumsverhältnisse wurde ebenfalls thematisiert. Der NABU verwies auf die unterschiedlichen Eigentümerstrukturen und mögliche Wege, diese Herausforderung zu lösen.

Auch der BUND ist im Austausch mit den zuständigen Behörden, dem Wasserversorger und der zuständigen Ministerin Petra Berg, um Möglichkeiten für eine Wiedervernässung des Königsbruchs voranzubringen.

Viele Menschen und Organisationen kümmern sich bereits seit Jahren um dieses wertvolle Gebiet. Dieses Engagement muss zusammengeführt und unterstützt werden.

🌿 Viele Menschen wollen, dass es weitergeht

Mit über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war das Interesse groß. Es gab viele Fragen, Ideen und einen intensiven Austausch.

Das zeigt: Immer mehr Menschen erkennen die Bedeutung des Königsbruchs.

Jetzt kommt es darauf an, dass aus dem vorhandenen Wissen und Engagement konkrete Schritte entstehen.

Wir brauchen kein weiteres Zuständigkeits-Pingpong, sondern Zusammenarbeit. Wir brauchen Transparenz über vorhandene Gutachten und Erkenntnisse. Und wir brauchen den Mut, natürliche Lösungen konsequent umzusetzen.

💚 Für uns Grüne Homburg ist klar:

Das Königsbruch hat enormes Potenzial.

Für den Schutz der Artenvielfalt.
Für den Wasserrückhalt.
Für natürlichen Klimaschutz.
Für Klimaanpassung.
Und für eine nachhaltige Entwicklung unserer Region.

Wir Grüne haben den Schutz des Königsbruchs schon immer unterstützt und entsprechende Initiativen mit angestoßen. Jetzt wollen wir, dass aus den vorhandenen Erkenntnissen und dem großen Engagement vor Ort konkrete Schritte für den Moorschutz und die Wiedervernässung werden.

Mit der Natur arbeiten statt gegen sie.

„Wasser halten. Zukunft sichern.“

Das Motto der Moorschutz-Gemeinschaft Königsbruch bringt auf den Punkt, worum es geht.

Moorschutz ist Naturschutz.
Moorschutz ist Klimaschutz.
Moorschutz ist Klimaanpassung.
Und Moorschutz ist Zukunftssicherung für unsere Region. 🌱💧

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